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Portofino: Italien wie aus dem Bilderbuch

Portofino… Schon der Name klingt nach Italien, so wie es sein muss. Nach Sommer, Meer, bunten Häuschen und kleinen Fischerbooten im Hafen. Aber auch nach Jet Set, Champagner und Yachten so groß wie Kreuzfahrtschiffe. Portofino ist all das und noch sehr viel mehr. Aber vor allem ist es eins: Ein zauberhafter Lieblingsplatz!

Portofino liegt auf einer Halbinsel in der norditalienischen Provinz Ligurien und seine 449 Einwohner leben im teuersten Fischerdorf der Welt, in dem eine Stunde Parken unglaubliche 10 Euro kostet. Deshalb und weil man am Ortseingang oftmals stundenlang mit dem Auto im Stau steht, entschieden wir uns dafür, vom Nachbardorf Santa Margherita Ligure aus mit dem Schiff nach Portofino zu fahren.

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Eine gute Entscheidung! Denn der Blick, den man bei der Anfahrt vom Wasser aus auf die Portofino-Bucht hat, ist traumhaft schön und lässt einen verstehen, weshalb sich Weltstars wie Winston Churchill, Brigitte Bardot und Humphrey Bogart einst in diesen Ort verliebten.

Wir kamen also mit dem Schiff, gingen im kleinen Hafen mit den bunten Häuschen von Bord und sahen… nicht wirklich viel! Denn der Hafen ist nicht nur Mittelpunkt des Ortes, sondern zugleich auch dessen Anfang und Ende. Ein Platz mit Restaurants und Cafés, eine kleine Kirche oberhalb des Ortes und eine schmale Gasse mit einer bunten Mischung aus Souvenir-Shops und Luxus-Boutiquen – mehr hatte uns Portofino nicht zu bieten. Aber mehr braucht Portofino auch nicht! Portofino braucht keine Attraktionen oder Sehenwürdigkeiten. Portofino hat sich selbst – und das ist mehr als genug.

Lieblingschbeschäftigung in Portofino: Schauen…

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Unseren Nachmittag in Portofino starteten wir mit einem kurzen Fußmarsch hinauf zur romanischen – und romantischen – Kirche Chiesa di San Giorgio. Hier oben im Schatten alter Pinien kann man ganz hervorragend das tun, was man nirgends so gut kann wie in Portofino: Schauen! Von dort oben schauten wir raus aufs Meer zu den riesigen Yachten, die zu groß waren, um im Hafen zu ankern. Wir schauten auf die bunten Häuschen, die in der Juni-Sonne leuchteten. Wir schauten auf den kleinen Hafen, in den immer wieder die Beiboote der Yachten und kleine Fischerboote einfuhren. Und wir schauten auf die Menschen, die durch den Ort spazierten – und ebenfalls schauten.

Als wir genug geschaut hatten, gingen wir zurück in den Ort – und schauten weiter. Diesmal in die Auslagen der Luxusboutiquen, die sich in den engen Gassen aneinanderreihen und die Düsseldorfer Königsallee vor Neid erblassen lassen. Zwischen ihnen immer wieder kleine überfüllte Souvenirläden mit kitschigen Tassen, Shirts, Aschenbechern und allem, was man im Urlaub gerne kauft und zuhause ganz schnell im Schrank verschwinden lässt.

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Wir ließen uns mit den anderen Schauenende treiben und landeten schließlich in der kleinen Jolly-Bar (Calata Marconi, 10), von deren Tischen direkt am Hafenbecken es sich ebenfalls vortrefflich schauen lässt. Die Preise, die der nette Besitzer der Jolly-Bar auf seine Karte geschrieben hat, waren wie nicht anders erwartet typische Portofino-Preise.
Aber man gönnt sich ja sonst nichts und la dolce vita hat eben seinen Preis. Also trank ich in der Jolly-Bar den teuersten Aperol meines Lebens! 15 Euro – aber jeden Cent wert. Denn ich habe nie zuvor an einem so schönen Ort einen so leckeren Aperol getrunken. Außerdem gab es dazu wie in Italien üblich einen riesigen Teller mit Chips, Oliven und anderen Knabbereien, die uns – zusammen mit der grandiosen Aussicht – darüber hinwegtrösteten, dass die Cola meines Mannes so viel gekostet hat, wie im Getränkemarkt zwei ganze Kisten.

Am Ende eines wunderschönen Tages fuhren wir mit dem Schiff zurück und nahmen folgende Erkenntnisse mit:

  • Portofino ist wahnsinnig teuer, aber auch wahnsinnig schön.
  • Nirgends lässt es sich besser schauen und nichts tun als hier.
  • Lieblingsplätze brauchen keine Sehenswürdigkeiten.
  • Ein 15-Euro-Aperol in Portofino schmeckt definitiv besser als ein 5-Euro-Aperol in Paderborn
  • Wir kommen zurück! Unbedingt! Bald!

 

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