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Gesucht und gefunden: Das beste Eis Italiens

Ich mag die Italiener.

Sie sind zwar wahnsinnig laut und können absolut kein Auto fahren (womit wir zwei Gemeinsamkeiten hätten), dafür können sie etwas anderes ganz besonders gut: Eis machen! Und davon habe ich persönlich sehr viel mehr als von Italienern, die perfekt einparken oder sich geschickt durch den Verkehr einer italienischen Großstadt schlängeln können.

Dass es das fruchtigste, cremigste und leckerste Eis nicht in Amerika, Schweden oder Frankreich und leider auch nicht auf meiner Lieblingsinsel Sylt gibt, hatte ich in meinen zahlreichen kulinarischen Vor-Ort-Recherchen also bereits herausgefunden.

Aber wo im Gelato-Paradies Italien gibt es denn nun das beste Eis überhaupt??
Meine Mission stand fest: Ich wollte es finden, das beste Eis Italiens!

Sehr zum Leidwesen meiner Waage probierte ich mich also gemeinsam mit meinem Mann, der zum Glück genauso Eis-fanatisch ist wie ich, durch unzählige Kugeln Eis. Vom Lago Maggiore bis nach Ligurien, von Südtirol bis nach Venedig und von Mailand bis nach Capri.

Und was soll ich sagen!?

Ich habe es endlich gefunden, das beste Eis Italiens und überhaupt – bei Giolitti in Rom!

Die römische Institution gibt es bereits seit 1900 und wahrscheinlich genau so lange wurde dort wohl nicht mehr renoviert.

Die Eisdiele, die zugleich Café und Konditorei ist, lässt das Herz eines jeden Retro-Fans höher schlagen. Alles dort ist altmodisch und versprüht den ganz besonderen Charme vergangener Zeiten.

Weit über 100 Sorten gibt es bei Giolitti, darunter so ausgefallene wie Dattel, karamellisierte Feige, Champagner oder Kastanie.
Für eine mittlere Portion mit zwei Sorten zahlt man 2,50€, handgeschlagene Sahne gibt es auf Wunsch gratis obendrauf.

Meine Dauerbrenner während unseres Rom-Aufenthalts war dann aber doch eher konservativ: Ich wechselte zwischen cremigem Pistazien-Eis, dem schokoladigsten Schoko-Eis der Welt und einem Erdbeer-Eis, das schmeckte (und roch) als säße man mittendrin in einem Feld voll reifer roter Früchte.

Wer bei Giolitti Eis essen will, braucht vor allem Geduld: Erst heißt es, an der Schlange vor der altmodischen Kasse anstellen, Portionsgröße bestellen, bezahlen und dann an der mindestens ebenso langen Schlange vor der Eistheke noch einmal anstellen und endlich sein Eis aussuchen.

So hat man dann aber wenigstens ausgiebig Zeit, sich die vielen vielen Sorten Eis und Granita anzuschauen und seine Wahl zu treffen.
Granita ist übrigens die bikinifreundliche Eis-Variante: Halbgefrorene, ähnlich wie ein Sorbet und praktisch fettfrei.

Bei Giolitti bekommt man es, genau wie das nicht ganz so bikinifreundliche Eis, von den graumelierten Herren hinter der meterlangen Eistheke.

Besser gesagt von schlecht gelaunten, fast schon arrogant wirkenden graumelierten Herren, die genau wissen, dass sie nicht freundlich sein müssen, weil ja doch jeder immer wieder zu ihnen kommt.

So auch wir. Täglich (ab und zu sogar zweimal täglich, aber wirklich nur ganz selten) machten wir uns während unseres Rom-Aufenthaltes auf den Weg zu den schlecht gelaunten Herren. Sie grüßten nicht, sie lachten nicht und sie hatten keine Geduld mit den unentschlossenen Japanern, den schlecht englisch sprechenden Franzosen – und auch nicht mit uns. Aber das war uns egal, denn bei Ihnen hatten wir gefunden, was wir schon lange gesucht haben: Das beste Eis, das wir je gegessen haben!

Die Giolitti-Eismänner haben übrigens schon Antonio Banderas, Justin Timberlake, John Travolta und Sharon Stone bedient und die Töchter von Barack Obama in die hohe Kunst der Eisherstellung eingeweiht. Ob sie da ein wenig freundlicher waren? Ich bin mir nicht sicher…

Geöffnet hat die Eis-Institution – und auch das macht sie zu etwas besonderem – von 7.00 Uhr morgens bis nachts um halb 2. Und das täglich, 365 Tage im Jahr.

Nach vier Tagen Rom und gefühlten 15 Giolitti-Besuchen stand für mich fest: Irgendwann werde ich zurückkommen. Und dann werde ich mir den Wecker stellen, früh aufstehen und schauen, ob es tatsächlich Menschen gibt, die schon morgens um 7.00 Uhr Lust auf Eis – und auf die schlecht gelaunten graumelierten Herren haben!

Hier findet Ihr das römische Eis Paradies:

Giolitti
Via Uffici del Vicario, 40
00186 Roma

P.S.: Giolitti-Filialen gibt es übrigens auch in Dubai, Kuwait und Istanbul.

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2 Kommentare

  1. muss ich mir merken, wenn ich es dann endlich wieder nach rom schaffe. bisher muss ich aber sagen, habe ich noch nirgends besseres eis gegessen als in wien, wo wir haufenweise emigrierte italienische eismacher haben, die einfach traumhaftes gelato produzieren 😉

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