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5 Dinge, die man auf Sylt nicht tun sollte

Ob wilde Partys feiern, oder wilde Gänse beachten, ob Shopping- oder Nordic-Walking-Tour: Das Schöne an Sylt ist, dass dort jeder genau das machen kann, wonach ihm/ihr gerade der Sinn steht. Zumindest fast, denn ein paar (wenige) Regeln und Hinweise, wie man sich auf der Insel sollte, gibt es schon. Und an die muss sich jeder halten – egal ob friesischer Insulaner oder fränkischer Tourist, egal ob Bentley- oder Fahrradfahrer.

Damit Ihr beim nächsten Insel-Besuch nicht unangenehm auffallt oder sogar eine saftige Geldbuße aus Eurer Urlaubskasse abzwacken müsst, kommt hier meine Top Five der Dinge, die Ihr auf Sylt keinesfalls tun solltet:

1. Möwen füttern

Ich weiß, es ist verlockend, den scheinbar völlig ausgehungerten, bettelnden Möwen ein Stück vom Fischbrötchen oder der Eiswaffel abzugeben – in der Hoffnung, sie so vor dem sicheren Hungertod und damit dem Aussterben ihrer Rasse zu bewahren. Aber Ihr könnt mir glauben: Die Möwen sind weder ausgehungert, noch haben sie Probleme beim Erhalt ihrer Rasse. Der einzige, der Probleme hat, seid Ihr – wenn Ihr die Möwen füttert. Denn das gilt auf Sylt als Ordnungswidrigkeit, die mit Strafen von bis zu 1.000 Euro geahndet wird.

Grund dafür ist, dass Möwen mittlerweile die Scheu vorm Menschen verloren haben und diese auf der Suche nach Essbarem immer häufiger angreifen, oder ihnen im Flug das Fischbrötchen aus der Hand schnappen. Mal ganz abgesehen davon, dass unschuldigen Touristen beim Möwen füttern regelmäßig etwas auf dem Kopf landet – und damit meine ich jetzt nicht die Möwen selbst.
Also immer dran denken: Bitte nicht füttern!

Möwen füttern verboten!

Möwen füttern verboten!

2. Sandburgen bauen

Auch aufs Sandburgen bauen müsst Ihr auf Sylt schweren Herzens verzichten, wenn Ihr Euch keinen Ärger einhandeln wollt. Denn auch das Graben und Schaufeln am Strand ist auf der Insel eine Ordnungswidrigkeit. Dafür gibt es mehrere Gründe: Zum einen soll der teilweise teuer aufgespülte Sand nicht unnötig aufgelockert werden, da er so leichter wieder zurück ins Meer gespült würde.

Zum anderen ist schon so manch kostspieliger Strandkorb einer Burgenkonstruktion zum Opfer gefallen, die um ihn herum errichtet wurde. Bei Flut werden die Körbe nämlich förmlich in die Sandwälle, in deren Mitte sie stehen, eingespült und können nicht mehr unbeschadet geborgen werden. Somit sind vor allem Burgen und Wälle, die um die Strandkörbe geschaufelt werden, bei der Kurverwaltung nicht gerne gesehen.

3. Hunde mit an den Strand nehmen

Kommt Ihr mit Fiffi, Bello & Co. nach Sylt, so dürft Ihr ihn nur an einen der ausgewiesenen Hundestrände mitnehmen, von denen es insgesamt 16 auf der Insel gibt. Zumindest während der Saison. In der Zeit von Anfang November bis Mitte März können Eure Vierbeiner auch gerne mit an die übrigen Strände – in List aufgrund der vielen freilaufenden Schafe allerdings nur angeleint, ebenso natürlich in der Nähe von Vogelbrutgebieten.

Wenn Ihr während Eures Urlaubs gerne einmal einen Strand besuchen wollt, an dem Hunde nicht erlaubt sind, dann könnt Ihr Euren Hund bei freien Kapazitäten vorübergehend im Tinnumer Tierheim betreuen lassen.

4. Durch die Dünen spazieren

Ein absolutes No-Go ist ein Spaziergang durch die Dünen. Da verstehen die Sylter keinen Spaß! Die Dünen stehen unter Naturschutz und dürfen nur auf gekennzeichneten befestigten Wegen betreten werden. Dies gilt auch auf der Wattseite, wo viele seltene Vogelarten brüten, die durch unangekündigte Besucher nur unnötig verschreckt würden.

Außerdem dienen die Dünen dem natürlichen Küstenschutz – und von dem haben wir ja alle was, oder wollt Ihr, dass in ein paar Jahren von Sylt nichts mehr übrig ist? Seht Ihr! Ich auch nicht! Deshalb: Betreten unbedingt verboten!

5. Heuler anfassen

Solltet Ihr bei einer Strandwanderung einmal nicht nur Muscheln und Treibholz, sondern tatsächlich ein kleines einsames Robbenbaby finden, dann widersteht unbedingt der Versuchung, es zu streicheln – auch wenn es noch so herzzerreißend jammert und Euch aus großen Knopfaugen traurig anschaut. Seehundemütter erkennen ihr Junges am Geruch und nehmen es nicht mehr an, wenn es anders, also zum Beispiel nach Menschen, riecht.

Entfernt Euch stattdessen möglichst schnell wieder von ihm, damit die Mutter die Chance hat, zu ihm zurückzukommen. Meist werden Heuler nämlich nur für kurze Zeit vom Muttertier alleine gelassen. Entdeckt Ihr ein Robbenbaby allerdings an einer Stelle, an die die Mutter sicher nicht mehr freiwillig zurückkommt, wie zum Beispiel an einem belebten Badestrand, dann verständigt umgehend die „Schutzstation Wattenmeer“ oder die Polizei, die sich dann professionell um den kleinen Heuler mit den großen traurigen Knopfaugen kümmert.

Und wenn Euch diese fünf Tipps noch nicht reichen, dann bekommt Ihr hier noch eine kleine Zugabe:

  • Reist in der Saison nie an, ohne vorher eine Unterkunft gebucht zu haben.
  • Nehmt immer eine Regenjacke und eine Mütze mit. Ja, auch im Hochsommer!
  • Fahrt an Weihnachten, Ostern und Pfingsten nur mit dem Autozug, wenn Ihr ganz viel Zeit und noch mehr Geduld haben.
  • Versucht nie, während der Saison ohne eine Reservierung einen Tisch im Restaurant zu bekommen. Schlechte Laune und ein knurrender Magen sind hier vorprogrammiert.

Und last but not least:

Verwechselt nie, wirklich nie „in“ und „auf“. Sylt ist – trotz Verbindung mit dem Festland durch den Hindenburgdamm – eine Insel, AUF der man Urlaub macht, allerdings IN Westerland, Kampen oder sonst wo. Wenn Ihr von den Insulanern (und von mir) ernst genommen werden möchten, solltet Ihr Euch das merken – auch wenn Ihr dafür, anders als beim Möwen füttern, kein Bußgeld bezahlen müsst.

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