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Serfaus: Strudel, Schnee und Sonnenschein

Serfaus ist nicht so chic wie Kitzbühel, nicht so angesagt wie Sölden, im Vergleich zu Gebieten wie den Trois Vallées eher überschaubar und jeder Ischgl-Fan würde sich beim Aprés Ski dort wahrscheinlich zu Tode langweilen.

Und trotzdem – oder genau deshalb – ist der kleine Ort in den Tiroler Alpen mit seinen 1.1000 Einwohnern einer meiner Lieblingsplätze zum Skifahren. Denn hier gibt es die schönsten Pisten, den pulvrigsten Pulverschnee, die urigsten Hütten und den leckersten Strudel.

Pistenvergnügen für alle

Zusammen mit den Nachbarorten Fiss und Ladis bietet Serfaus Ski- und Snowboardfahrern 212 Kilometer Pistenvergnügen bis in 2.820 Meter Höhe. Auf den meist sehr breiten Pisten fühlen sich vor allem Anfänger und Familien wohl, denn sie sind auch in der Hauptsaison nie überfüllt und bieten ausreichend Platz.

Aber auch für fortgeschrittene Fahrer wird es nicht langweilig: 28 Kilometer schwarze Pisten, dazu mehrere Skirouten, FunParks, Buckelpisten und eine der steilsten Abfahrten der Alpen: die „Diretissima“ oberhalb von Fiss mit einem durchschnittlichen Gefälle von 70 Prozent.

Serfaus Skigebiet

Die schönste Abfahrt

Meine Lieblings-Piste, die Frommesabfahrt, ist weniger steil und weniger schwarz, bietet dafür auf rund 10 Kilometern aber viel Abwechslung. Sie beginnt auf 2.500 Metern am Schönjöchl oberhalb von Ladis und führt, teils über etwa 30 Meter breite Pisten, teils über schmale Waldwege bis nach Fiss. Dort geht sie über in die gemütliche Ladisabfahrt, die bis ins Dorf führt. Auf dem Weg dorthin sollte man unbedingt einen kurzen Zwischenstopp im „Weiberkessl“ machen: Urige Hütte mit leckerem Strudel, DJ, Diskokugel – und toller Stimmung.

Auch schön: Die Plazörabfahrt, die Gratabfahrt und die nicht präparierte Adlerroute quer durch den Wald, die man meist für sich alleine hat.

Die besten Hütten

Hütten gibt es im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis an jeder Ecke. Manche schön, manche weniger schön, einige erstaunlich günstig, andere unverschämt teuer. Ein Einkehrschwung lohnt sich auf jeden Fall in der „Sportalm“ neben der Serfauser Kinderschneealm. Gemütlich, rustikal und immer voll, daher braucht man vor allem am späten Nachmittag entweder etwas Glück, oder aber noch mehr Geduld, um ein Plätzchen auf einer der rot-weiß-karierten Eckbänke zu finden.

Auch sehr schön, aber ganz anders, nämlich modern statt urig ist die noch relativ neue „Seealm“ beim Speicherteich Hög mit großer Sonnenterrasse am See. Das Ambiente ist Geschmackssache und man muss es mögen. Beim leckeren Zwetschgenstrudel, der in cremiger Vanillesoße schwimmt, bleibt einem allerdings nichts anderes übrig als ihn zu lieben. Unbedingt probieren!

An der Talabfahrt nach Serfaus, also quasi auf dem täglichen Heimweg, liegt der „Leithe Wirt“, der ebenfalls einen Einkehrschwung lohnt. Auch hier ist es nachmittags leider immer recht voll, also lieber etwas früher kommen.

Die leckerste Pizza

Zugegeben, die Auswahl an netten, bezahlbaren Restaurants ist in Serfaus nicht gerade riesig. Zwar gibt es viele hochpreisige Restaurants, in denen ein Menü so viel kostet, wie ein Tagesskipass, wer aber einfach nur Lust auf ein Schnitzel, Pasta oder Pizza hat, der muss ein wenig suchen.

So auch wir an unserem ersten Abend in Serfaus. Gefunden haben wir schließlich die Pizzeria „Montana“ in der Dorfbahnstraße – und diese direkt zu unserem Stammlokal während unseres Urlaubs erkoren. Das „Montana“ wurde kürzlich renoviert und außer im modernen Gastraum sitzt man auch sehr nett im beheizten Wintergarten an der Dorfbahnstraße, der „Haupt-Flaniermeile“ von Serfaus.

Tipp: Unbedingt reservieren! Das „Montana“ ist immer rappelvoll! Eine Pizza Margharita kostet übrigens 9 Euro, Pasta-Gerichte gibt es ab 10 Euro und den netten Service gratis dazu.

Die kleinste U-Bahn der Welt

Serfaus ist autofrei. Bedeutet: Am Anreisetag dürfen Urlauber durch den Ort zu ihrer Unterkunft fahren, danach ist das Benutzen des Autos innerhalb des Dorfes bis zur Abreise verboten. Das Verbot wird von der Ortspolizei kontrolliert, bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder.

Zum Einkaufen und zu den Seilbahnen kommt man in Serfaus entweder zu Fuß, oder mit der Dorfbahn, der wohl kleinsten und höchstgelegensten U-Bahn der Welt. Seit 1985 verkehrt die Dorfbahn, eine fahrerlose unterirdische Luftkissenschwebebahn, auf einer Strecke von 1.280 Meter. Sie verbindet den Parkplatz am talseitigen Ortsanfang mit der Talstation der Seilbahnen und kann mit einem Skipass kostenfrei benutzt werden.

Unterkunft-Tipp

Tolle Appartements in zentraler Lage findet Ihr im „Muirenhof“ an der Unteren Dorfstraße. Eine gemütliche, moderne Wohnung für zwei Personen gibt es dort in der Hauptsaison für 140 Euro pro Tag. Parkplatz, beheizter Skiraum, gemütliche Holzdecken, moderne Ausstattung und ein Balkon mit sensationellem Ausblick aufs Dorf und das Skigebiet inklusive.

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